Hiataeinzug in Perchtoldsdorf am 10. November

 

Hiatavater Gerhard Vizdal, Tochter Christina und Oberhiata Roman Sommerbauer freuen sich schon auf den Hiataeinzug, Foto: Perchtoldsdorfer Weinbauverein

Am Sonntag, den 10. November, ist wieder Hiataeinzug, Österreichs ältestes und berühmtestes Erntedankfest. Zwei „Hiata“ reiten auf geputzten Pferden zur Pfarrkirche, begleitet von den örtlichen Musikkapellen, den „Hiatabuam“ und der „Pritschen“, einem mit Eichenlaub gebundenen Holzgerüst in Pyramidenform, das mit Trauben und einem aus vergoldeten Nüssen geformten Herz zusätzlich verziert wird. Der „Pritschnträger“ (heuer ist es Christian Leeb) hat die Aufgabe, das 80 kg schwere, zweieinhalb Meter hohe drehbare Gestell in Drehung zu versetzen.

Um 9.45 Uhr ziehen die Weinhauer über den Marktplatz in die Pfarrkirche St. Augustinus ein, wo um 10 Uhr die Festmesse stattfindet.

Lustiges Volksgericht und Gratiswein

Nach dem Erntedankfest findet vor dem Rathaus ein lustiges Volksgericht statt. Dabei werden die kleinen Schwächen der Politiker und Mitbürger mittels Gstanzln von reimkundigen „Hiatabuam“ angeprangert. Das  schadenfrohe Publikum darf sich auf einen Gratiswein-Ausschank für alle freuen.     

Bereits im August wird der „Hiatavater“ von den Hiatabuam ernannt. Heuer ist es Gerhard Vizdal aus der Hochstraße. Im Laufe der „Huatzeit“, in den Erntemonaten, erfolgt die Bestellung der Akteure für den Erntedankzug, wie „Oberhiata“, „Pritschnträger“, „Standartenträger“, „Reiter“, „Körberlmadeln“ und Kredenzmadeln“. Ein Amt auf Lebenszeit hat der Herbergsvater, Franz Breitenecker, inne. Eine wichtige Rolle spielt auch der Oberhiata, der wichtige organisatorische Aufgaben übernimmt. Sämtliche Vorbereitungen, wie Weinsammeln, Labstrafn, Nussherz und Pritschn´ machen, hat er fest im Griff. Diese Würde hat heuer mit Roman Sommerbauer ein neuer Oberhiata übernommen. 

Im Jahr 1422 hat alles begonnen

Die historischen Wurzeln des Hiataeinzugs gehen auf eine Legende im Jahre 1422 zurück, wonach der Weinhüter Thomas in den Rieden Perchtoldsdorfs schwer verletzt wurde. Im ersten Haus des Ortes, dem Herbergsvater, wurde dieser gesund gepflegt. Erst zu Leonhardi, (6. November), konnte der genesene „Hiata“ seit langem den Gottesdienst besuchen. Seitdem fällt das Erntedankfest auf die wunderbare Genesung des „Hiata“ Thomas. 

 

 

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