Perchtoldsdorf: Auch an seinem 85. Geburtstag am 24. September kam Hofrat Mag. Anton Plessl, dienstältester Gemeinderat, Alt-Vizebürgermeister und Gründer der neuen Partei „Bewegung der Generationen“, seiner Rolle als kritischer Ortspolitiker nach und nahm an der vierteljährlichen Gemeinderatssitzung teil. Nachdem man dort den Jubilar gewürdigt und beschenkt hatte und dieser im Anschluss an die Gemeinderatssitzung zum Heurigen lud, mussten eine Reihe von wichtigen Tagesordnungspunkten abgehandelt werden.
So soll etwa Tempo 30 im Ortsgebiet kommen. „Tempo 30 im Zentrum ist keine Maßnahme gegen das Auto. Wir wollen eine gut erreichbare Ortsmitte, in dem sich alle sicher bewegen können und wo Rücksicht, Lebensqualität und ein entspanntes Miteinander im Vordergrund stehen“, sagte Bürgermeisterin Andrea Kö. „Besonders Kinder, ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden davon profitieren.“
Vizebürgermeister und Mobilitätsreferent Tony Platt erläuterte die Hintergründe der auf das stark frequentierte Zentrum beschränkten Temporeduktion und machte zugleich deutlich: „Wo viele Menschen zu Fuß unterwegs sind, Geschäfte und Gastronomie besucht werden und unterschiedliche Verkehrsarten zusammentreffen, soll in Zukunft Tempo 30 gelten. Dies führt nach den Erfahrungen anderer Orte zu ruhigerem und gleichmäßigerem Fahren. So können zugleich Verkehrslärm und Geschwindigkeitsspitzen reduziert werden. Im übrigen Perchtoldsdorfer Straßennetz bleibt es bei den bestehenden Regelungen.“ Ein konkretes Datum für die Einführung von Tempo 30 steht aber noch nicht fest.
Die heurigen Sommerspiele waren finanziell ein Misserfolg, die Auslastung betrug nur 70 Prozent. Statt der geplanten 120.000 Euro muss die Gemeinde nun 170.000 Euro zuschießen. Ob die Spiele fortgeführt werden, beraten die Klubvorsitzenden bereits nächste Woche.
An der dramatischen Finanzlage der Gemeinde hat sich nichts geändert. Zwar sei die Liquidität derzeit nicht gefährdet, weil die Gemeinde das Konto um sieben Millionen Euro überziehen könne, angesichts der hohen Kreditzinsen sei das jedoch wenig beruhigend“, meint Anton Plessl. Und seine Kollegin Gabriele Wladyka von der Perchtoldsdorfer Bürgerliste befürchtet sogar: „Bereits nächstes oder übernächstes Jahr könnte die Gemeinde zahlungsunfähig werden.“
Plessl und Wladkya bzw. ihre Parteien stimmten als Einzige gegen den neuen Standort für das geplante Schmutzwasserbecken bei der A21 auf den Zuckermanteln. Plessl in einer Aussendung: „Der neue Standort erweist sich als Mogelpackung. Denn auch nach den Umplanungen soll das Becken, das Regenwasser, Öl und Reifenabrieb aufnehmen wird, sehr nahe an den Häusern errichtet werden. Das würde die Wohnqualität erheblich verschlechtern und den Wert der Grundstücke mindern.“

