Perchtoldsdorf: „Die bevorstehende 14-monatige Sperre der Schnellbahn-Stammstrecke stellt für Perchtoldsdorfer Pendlerinnen und Pendler eine echte Geduldsprobe dar, denn viele Menschen verlieren ihre direkte Verbindung in die Bundeshauptstadt“, befürchtet Perchtoldsdorfs Vizebürgermeister und Mobilitätsreferent Anton Platt. Was bleibt, sind längere Fahrzeiten, mehr Umstiege, weniger Planbarkeit — und absehbares Chaos auf den Straßen in und um Perchtoldsdorf: Denn ohne verlässliches Öffi-Angebotsteigt zwangsläufig das Aufkommen des Autoverkehrs.
Forderungspaket über Parteigrenzen beschlossen
Während frühzeitig an Lösungen für Wien gearbeitet wurde, fehlen Maßnahmen für Niederösterreich. „Da unsere Gemeinde in ihrem Wirkungsbereich nur sehr eingeschränkt auf diese Problematik reagieren kann, hat der Gemeinderat einstimmig eine Resolution an das Land Niederösterreich beschlossen“, berichtet Bürgermeisterin Andrea Kö.
In dem von allen politischen Fraktionen unterstützten Papier fordert die Gemeinde das Land und seine Verantwortlichen auf, bereits jetzt die Probleme der Pendlerinnen und Pendler abzufedern und sinnvolle Lösungen mit den Anbietern des bundeslandübergreifenden öffentlichen Verkehrs zu finden. Dabei stellen eine Ausweitung der Kernzone 100 auf Perchtoldsdorf und eine Schnellbusoffensive Kernpunkte dar: „Direkte Busverbindungen aus den betroffenen Regionen stellen sicher, dass Pendlerinnen und Pendler ohne Zeitverlust zu Umsteigeknoten oder den Endstationen der U-Bahn kommen. Das federt Engpässe ab und verhindert Chaos im Frühverkehr“, präzisiert Platt.
Kö und Platt stellen Resolution für Pendlerinnen und Pendler vor
Ein zweites Feld ist eine offene Informationspolitik gegenüber den Fahrgästen, gerade im Vorfeld, um Planbarkeit zu ermöglichen. „Und zwar Monate vor Beginn der Sperrer nicht erst, wenn sie schon im Stau stehen oder am Bahnsteig auf Alternativen warten“, fordert Platt. Kö weist auf die bereits aktuell mehr als gegebene Notwendigkeit einer Task-Force von ÖBB und der Landesverkehrs-gesellschaft NÖVOG hin: „Verspätungen und Ausfälle, vor allem zu den morgendlichen und abendlichen Spitzenzeiten, wie sie in den vergangenen Monaten verstärkt festzustellen waren, dürfen nicht zur Normalität werden. Rund 5.300 Perchtoldsdorferinnen und Perchtoldsdorfer pendeln nach Wien aus, 3.625 Menschen kommen im Gegenzug täglich als Einpendler in die Marktgemeinde. Ein hoher Anteil dieser berufsbedingten Mobilität entfällt auf den Öffentlichen Verkehr, wobei die Schnellbahn hier eine Hauptrolle im Aufkommen spielt.

