Perchtoldsdorf: Zahlreiche Anrainer demonstrierten am Samstag, 23.5., gegen die geplante Verbauung der Fahnenparzelle Hochstraße 90 mit insgesamt 18 Wohnungen.
Auch die Gemeinderäte Toni Plessl vom „Bewegung der Generationen“ und Martha Günzl von den Grünen kamen, um das Anliegen der Bürger zu unterstützen.
Entscheiden wird der Gemeindevorstand voraussichtlich im Herbst. Viele Fakten sprechen gegen eine Baubewilligung: Ausfahrt über den stellenweise nur 2,62m breiten Schliefweg, der gemäß RVS-Richtlinie ((Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen) und NÖ Raumordnungsgesetz zu schmal ist für die Aufschließung. Um diesen Weg, der nicht für Autoverkehr zulässig war, zu kennzeichen, war er im Bebauungsplan mit einer punktierten Linie versehen. Diese Linie ist irgendwann verschwunden, und am Bauamt sucht man gerade Unterlagen dazu.
Die Zufahrt über die Fahne ist ebenso fraglich, da der Anrainer Hochstraße 92 ein Servitut besitzt, das – laut Kaufvertrag – für ein Einfamilienhaus ausgelegt ist, aber nicht für 18 Wohnungen.
Im hinteren Teil des Gartens wurde im Bebauungsplan 2009 eine zweite Baufluchtlinie eingezeichnet, ohne jede Grundlagenforschung. Das ermöglich erst den zusätzlichen Verbau einer rund 500m2 großen Grundfläche. Dagegen werden die Anrainer eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof einbringen, um eine Verordnungsprüfung zu erwirken. Allerdings hat dies keine aufschiebende Wirkung und der Bauträger (VIVRE Gmbh) könnte – wenn es der Gemeindevorstand zulässt – im Herbst zu bauen beginnen.
Gemeinderätin Gabriele Wladyka von der Bürgerliste: „Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass er Wohnungen verkaufen kann, wenn noch ein Verfahren läuft. Denn es könnte ja passieren, dass er dann abreißen muss.“

