
Perchtoldsdorf: Zum traditionellen Neujahrsempfang der ÖVP lud Bürgermeisterin und Parteiobfrau Andrea Kö am 8. Jänner in den alten Festsaal der Burg. Nach Begrüßung der vielen Ehrengäste, an der Spitze Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, NÖ Rechnungshofpräsidentin Dr. Edith Goldeband und Landtagsabgeordnete Marlene Zeidler-Beck, durch Gemeinderätin Daniela Rambossek übernahm Bürgermeisterin Andrea Kö das Mikrofon. Mit bewegter Stimme bat sie zunächst um eine Gedenkminute für die kürzlich verstorbene ehemalige Gemeinderätin Doris Fischer-See, um danach einen Rückblick auf das Jahr 2025 zu geben. Kö erwähnte u.a. die vier neuen Kindergartengruppen, grünes Licht für das neue Pflegeheim mit 144 vom Land NÖ geförderten Betten, den Kindergemeinderat, die Musikschulen mit 1000 Schülern und 60 Lehrern, und ging auch auf die angespannte finanzielle Situation der Gemeinde ein. Man habe in der Verwaltung eingespart (vier statt fünf Abteilungen) und werde sich weiterhin finanziell konsolidieren, so die Ansage der Bürgermeisterin.
Till Eulenspiegel bei den Sommerfestspielen
Für 2026, dem 50. Jubiläumsjahr der Sommerfestspiele (heuer wird “Till Eulenspiegel” aufgeführt), kündigt Andrea Kö die Sanierung der gemeindeeigenen Wohnhausanlagen (“kein WC mehr am Gang”) an, die Erweiterung von “Essen auf Rädern” auf täglich 100 Portionen durch das Hilfswerk, kostenlose digitale Workshops durch die Gemeinde, die räumliche Erweiterung der Sonderschule im Kulturzentrum sowie die Abschaffung des großen Seniorenballs zugunsten von drei kleineren Veranstaltungen.
Mikl-Leitner: “Die Welt ist aus den Fugen geraten”
Dann erfolgte der große Auftritt von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Und der hatte es in sich. Neben Dank und Anerkennung für Zusammenarbeit und Engagement ihrer Parteifreundin und Stellvertreterin Andrea Kö (“Bei der nächsten Gemeinderatswahl holst du den Vizebürgermeister wieder zurück”) sprach die Landeschefin die derzeit aus den Fugen geratene Welt an. Viele würden sich mit Randthemen wie Gendern oder Wokeness beschäftigen und eine deutsche Sprache sprechen, die niemand mehr verstehe. Mikl-Leitner kritisierte scharf “Absurditäten” wie das Verbannen von Kreuzen aus den Klassenzimmern oder das Kopftuchtragen von Kindern als Zeichen der Unterdrückung. “Niederösterreich ist konservativ und selbstbewusst. Unsere Werte sind nicht verhandelbar.” Für Menschen, die die soziale Hängematte statt der Werkbank bevorzögen, solle es kein Unterstützung geben, und Sozialhilfe sei für die Schwächsten und nicht für die Frechsten, so Mikl-Leitner sehr deutlich. Großer Applaus. Schließlich kündigte sie an, die Stadt Wien zu klagen, weil ein niederösterreichischer Patient nach eineinhalb Jahren Wartezeit nicht in einem Wiener Spital behandelt wurde, nur weil er Niederösterreicher ist.
Nach dem offiziellen Teil des Neujahrsempfangs mischte sich die Landeshauptfrau unter die vielen Gäste und genoss bei Weinen und kulinarischen Schmankerln vom Heurigen Schmid den Abend.

