
Perchtoldsdorf/Mödling: Die Diskussion über das Parkpickerl ruft einen privaten Anrainer auf den Plan. Die Firma RESIDA aus Perchtoldsdorf ist Eigentümerin des Eckgrundstücks gegenüber der HTL Mödling, wo die Parkplatznot wohl am stärksten ist. Die Idee: Die leere Fläche vor der Kreuzung Grutschgasse und Technikererstraße könnte mit 10 Elektro-Ladestationen ausgestattet werden, sodass die HTL-Schüler, die mit einem E-Auto kommen, dort günstig laden können. Die Elektro-Ladestation soll als “öffentlich nutzbar” ausgeschildert werden.
“10 E-Autos, die bei uns laden würden, stehen zugleich weniger auf der Straße”, ist sich Geschäftsführer Dr. Michael Pichlmair sicher. Die Errichtungskosten werden durch Sonnenstrom finanziert und sind für die Öffentlichkeit völlig kostenlos. Auf den Dächern befindet sich nämlich bereits eine 40KW PV-Anlage, die den Stromüberschuss derzeit nur ins Netz schickt.
Problem ist nur, dass ausgerechnet auf seinem Grundstück, das zwischen dem überfüllten Schülerparkplatz der HTL und dem neu errichteten Billa liegt, “keine KFZ oberflächlich stehen dürfen” – so steht es in den Bebauungsvorschriften.
Stadt Mödling gegen das Projekt
Der Vorschlag auf eine Änderung der Bebauungsbestimmungen war bereits vor der Parkpickerl-Diskussion an die Stadtregierung herangetragen worden – und wurde damals prompt abgelehnt. Man wolle keine Autos oberflächlich sehen, hieß es damals, aufgrund des “Pull-Faktors”, und natürlich wegen der angeblichen Bodenversiegelung der bisherigen Wiese. “Ich verstehe diese Ablehnung aus ideologischen Gründen nicht – unsere Liegenschaft liegt genau zwischen zwei Parkplätzen. Und eine Ausnahme wollen wir gar nicht – unsere Pflichtstellplätze für den Neubau haben wir unterirdisch hergestellt und eine Tiefgarage errichtet.” Parallel dazu steht nämlich bereits der Neubau, wo das Projekt “Technikum Twenty Two” in den Verkauf geht.
Neuer Plan: Carport mit Gründach
Pichlmair will das Projekt mit den Elektro-Ladern nun neu angehen. Eine Kilowattstunde soll nur günstige 25cent kosten. Die Gestaltung der Ladestationen soll mit “Rasenlinern” vollkommen versickerungsfreundlich erfolgen, und das Carport erhält zudem ein Gründach. “Das ist eine ganz andere Gestaltung als der asphaltierte HTL-Parkplatz, das kann man doch nicht vergleichen.”
Beim benachbarten BILLA stören die Autos nicht
Bei den Bebauungsbestimmungen müsste man nur ein Wort ändern, sagt Pichlmair. Schließlich dürfen in dem Stadtteil schon jetzt Stromtankstellen und Nahversorger oberflächlich parken. Allerdings explizit nur auf dem Nachbargrundstück, wo der Billa steht. “Die REWE hatte offenbar bessere Argumente, da stören die sichtbaren Autos nicht”, meint Pichlmair. “Ich hoffe, dass die Diskussion um das Parkpickerl nun zu einem Umdenken führt. Ich glaube, das wäre eine Chance für Mödling, auch wenn es vielleicht nur als kleiner Beitrag gesehen wird”.
