
Perchtoldsdorf. Martin Schuster bleibt auch die nächsten fünf Jahre Bürgermeister von Perchtoldsdorf. Dies wurde wenig überraschend Mittwochabend im alten Festsaal der Burg entschieden.
Schuster erhielt bei der Wahl durch die 37 Gemeinderäte (18 ÖVP, 7 Grüne, 5 Bürgerliste, 3 SPÖ, 3 Neos, 1 FPÖ) 32 Stimmen, bei fünf Enthaltungen. Vizebürgermeister wurde Christian Apl, der mit seinen Grünen die Marktgemeinde in Zukunft mitregiert. Apl bekam 30 der insgesamt 37 Stimmen. Der Gemeindevorstand besteht aus 8 geschäftsführenden GemeinderätInnen, davon 5 ÖVP, 2 Grüne und 1 Bürgerliste. Bürgerlisten-Chefin Gabriele Wladyka, neben den Grünen die große Gewinnerin der Wahl, bekommt das von ihr heiß ersehnte Baureferat.
Die Wahl wurde vom Altersvorsitzenden Hofrat Mag. Anton Plessl (SPÖ) geleitet, die Mandatare saßen so wie die Zuschauer mit Sicherheitsabstand und vermieden Begrüßungen mit Handschlag. Einige der Besucher trugen Masken.

Der neue alte Bürgermeister Martin Schuster (er ist seit 2002 Ortschef) ging auf die großen Herausforderungen der Zukunft ein (Finanzen, Bildung, Mobilität, Ortsbild etc.), beschwor das Miteinander über Parteigrenzen hinaus und schickte aus aktuellem Anlass die besten Genesungswünsche an die Opfer des tragischen Verkehrsunfalls vom Mittwochmittag. Eine 81-jährige Dame war mitten auf dem Marktplatz von Perchtoldsdorf aus Versehen mit ihrem Wagen in den Schanigarten eines italienischen Lokals gefahren. Dabei wurde sechs Menschen verletzt, zwei schwer. Der Vorfall hatte großes Medieninteresse ausgelöst.
Christian Apl, der neue Vizebürgermeister, sagte: “Das Perchtoldsdorfer Wahlvolk in seiner unendlichen Weisheit hat entschieden, die ÖVP mit einem Maximum an Stimmen auszustatten, die noch demokratieverträglich sind.” Schließlich war er es gewesen, der die erste Wahl am 26. Jänner angefochten hatte und damit für den Verlust der VP-Absoluten verantwortlich ist. Thematisch bezeichnete Apl den Verlust der Artenvielfalt noch schlimmer als den Klimawandel. Zumindest im Perchtoldsdorfer Gemeinderat ist bis auf Widerruf für Artenvielfalt garantiert.
