
Alle Jahre wieder taucht sie auf – die Diskussion über eine Anbindung von Perchtoldsdorf und Kaltenleutgeben ans Wiener Straßenbahn- bzw. S-Bahn-Netz. Denn bis zu 260.000 Menschen pendeln täglich von NÖ nach Wien, zwei Drittel davon mit dem Auto. Der Ausbau der Öffis ist daher aus Umwelt- und Kapazitätsgründen (Parkhäuser) dringend notwendig.
Jetzt erwägt die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima laut KURIER neben anderen Strecken auch eine Art Reaktivierung der legendären Linie 360, die einst Wien mit Mödling verbunden hat und 1967 eingestellt wurde (weil sich Wien und NÖ nicht über die Finanzierung einigen konnten).
Angedacht von der Wiener SPÖ-Stadträtin ist eine Straßenbahnverbindung auf der alten Trasse der Kaltenleutgebner Bahn, vom Südbahnhof Liesing über Perchtoldsdorf und Waldmühle bis nach Kaltenleutgeben, mit Anbindung an den 60er in Rodaun. Realisiert werden soll dieses Projekt von den Wiener Lokalbahnen, die auch die Badener Bahn betreiben. Moderne, voll klimatisierte und barrierefreie elektrische Züge (Tram Train System) sollen zum Einsatz kommen.
Im Zuge dieses Projektes müsste auch die S-Bahn auf der Südbahnstrecke verbessert werden, mit neuen Garnituren und kürzeren Zugintervallen.
Wer das freilich finanzieren soll, steht noch in den Sternen. SPÖ-Stadträtin Sima denkt u.a. an die Milliarde für die Gemeinden, die die türkis-grüne Bundesregierung kürzlich in Aussicht gestellt hat. Doch Perchtoldsdorf etwa, am Rande der Pleite, braucht das Geld wahrscheinlich für dringendere Finanzierungen. Und so wird wohl noch viel Wasser durch die Liesing fließen, bis es eine moderne Straßenbahnlinie bis Perchtoldsdorf und Kaltenleutgeben geben wird.
