
Ältere Menschen, so wie Ihr Berichterstatter, konnten bis Ende 2025 mit einem Seniorenfahrschein um 1,50 Euro mit den Öffis durch Wien reisen. Weil der Gemeinde Wien aber offensichtlich das Geld ausgegangen ist, hat man beschlossen, den speziellen Seniorentarif einzustellen und den älteren Herrschaften so wie allen anderen auch 3,20 Euro – also 113% (!!) mehr – für eine einfache Fahrt abzuknöpfen. Nur zum Vergleich: Die Pensionserhöhung beträgt seit Jahresanfang magere 2,7 Prozent.
Doch der Preis von 3,20 gilt nur für Vorverkaufsfahrscheine. Was aber, wenn – wie im gegenständlichen Fall – die Trafik keine Vorverkaufsfahrscheine mehr hat? Ja, dann muss man das Ticket beim Automaten in der Straßenbahn kaufen. Und das kostet dann 3,40 Euro, also 126 Prozent mehr als der alte Seniorenfahrschein.
Was aber, wenn der Automat nicht funktioniert, wie jüngst im 60er zwischen Rodaun und Hietzing, wo der Bildschirm des Automaten grau blieb und man keine Information erhielt, wie man einen Fahrschein bekommt? Ja, dann muss man schwarzfahren oder bei der nächsten Station aussteigen und eine Trafik aufsuchen, die vielleicht doch Vorverkaufsfahrscheine lagernd hat.
Wehmütig denkt man an die alte Zeit zurück, als es noch Schaffnerinnen und Schaffner gab, bei denen man die Fahrscheine (zu erschwinglichen Preisen) bekam und die auch sonst hilfreich zur Seite standen. “Schön war die Zeit”, sang einst Roger Whittaker. Zumindest in diesem Fall hatte er recht. LS
