Mit Unterschriften gegen 4-spurigen Bahnausbau

Gabriele Wladyka übergibt die Unterschriften der Bürger an Bürgermeisterin Andrea Kö

Perchtoldsdorf: In der Gemeinderatsitzung vom 22. Juni 2022 hat Gemeinderätin Gabriele Wladyka von der Bürgerliste die ersten 342 Unterschriften von Perchtoldsdorfer Bürgern gegen den 4- und 6- spurigen Bahnausbau der Südbahn zwischen Meidling und Mödling an Bürgermeisterin Andrea Kö übergeben.

Weiters hat die Bürgerliste einen Dringlichkeitsantrag gestellt, dass die Gemeinde das Projekt Ausbau-Meidling-Mödling in vorliegender Form ablehnt und dafür keine Umwidmungen machen wird.

ÖVP, SPÖ, Grüne und Neos stellten selbst einen Antrag, der dann mehrheitlich beschlossen wurde und so lautet:

“Der Gemeinderat der Marktgemeinde Perchtoldsdorf begrüßt den 4-spurigen Ausbau der Südbahn, informiert aber die ÖBB darüber, dass das Projekt “Ausbau Meidling-Mödling “aus Sicht der Marktgemeinde Perchtoldsdorf die Bürger*innen-Interessen zu wenig berücksichtigt. Weiterführende Maßnahmen, wie zB. Änderungen im örtlichen Raumordnungsprogramm, sind erst dann sinnvoll beurteilbar, wenn die Interessen der Bürger*innen spürbar stärker berücksichtigt werden.”

Herr Lugar von der FPÖ hat als einziger neben der Bürgerliste grundsätzliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Bahnausbaues geäußert, ÖVP, Grüne, SPÖ und NEOs sind der Meinung “das brauchen wir und es kommt sowieso”.

Das Projekt stammt aus den 70er Jahren und ist nach Ansicht der Bürgerliste keinesfalls zeitgemäß. Eine Hochleistungsstrecke durch dichtest verbautes Gebiet, die in Mödling endet, bringe nichts. Auch Bahnprojekte sollten dezentral und umweltschonend sein, so Gabriele Wladyka. Und weiter : “Für die Reaktivierung der Kaltenleutgebner Bahn hat die ÖBB kein Geld, Nebenbahnen werden eingestellt, hier aber werden Milliarden verpulvert.

Wir fordern die ÖBB auf, auch Alternativlösungen in Erwägung zu ziehen: mehr Doppelstockzüge zu den Stoßzeiten, bessere Koordination, vermehrt Autobusse nach Siebenhirten, oder wenn es sein muss, einige zusätzliche Rangiergleise, bzw. wie ein Bürger vorgeschlagen hat, nur ein drittes Gleis.

Für den Fernverkehr wurde ohnehin die Potendorfer Linie ausgebaut.

Niemand weiß, wie es weitergeht, Krieg, Corona, Inflation, ob wir 2034 keine anders Sorgen haben als 5 Minuten schneller irgendwo zu sein ist mehr als fraglich.”

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